Durch Davids Gedanken, Welt im Dorf Leuk zu öffnen und als inklusives Projekt zu gestalten, und seine Kontaktaufnahme zu den ortsansässigen sozialen Institutionen stiess ich zur Projektgruppe. Damals arbeitete ich nämlich als Sozialpädagoge im Kinderdorf Leuk. In meiner Freizeit beschäftigte ich mich, wann immer möglich, mit Kunst – vorwiegend jedoch mit der Malerei. Und obwohl ich bereits Ausstellungen mit fotografischen Werken besucht hatte, verfügte ich nur über wenig Bezüge zur Fotografie. Mich begeisterte jedoch die lokale, künstlerische und inklusive Ausrichtung von Welt im Dorf Leuk. Zudem konnte ich selbst an einem Kunstprojekt partizipieren, die eigene thematische Ausrichtung bestimmen, Erfahrungen in der Fotografie sammeln und dabei den Austausch mit David und der Gruppe pflegen.
Bei der Selektion der umzusetzenden Idee habe ich mich dafür entschieden, mich den ehemals gewerblich genutzten Gebäuden in Leuk-Stadt zu widmen, die nun bewohnt oder anderweitig genutzt werden oder leerstehend sind. Beispielsweise zeugt der Kern der kleinen, geschichtsträchtigen Ortschaft rund um den Hauptplatz von einem reichen und lokal ausgerichteten gewerblichen Treiben. Heute verweist meist nur noch die äussere Erscheinung des Gebäudes, hauptsächlich durch handgemalte Fassadenbeschriftungen und -malereien oder handwerklich hergestellte, metallene Schilder, auf dessen damalige Nutzung und Bedeutung. Diese Spuren des Vergangenen habe ich in meiner Arbeit festhalten und dokumentieren wollen. Auch, da ich selbst sieben Jahre lang in der „Alten Apotheke“, deren Räumlichkeiten als Wohnraum genutzt werden, gewohnt habe. Und weil ich überzeugt bin, dass es angesichts des immer noch anhaltenden Wachstums und der damit einhergehenden negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt längerfristig eine Wende hin zum lokalen Sein und Handeln benötigt, soll meine Arbeit auch ein Bewusstsein für diese Möglichkeit schaffen – am Beispiel meines Herzensortes Leuk-Stadt.
Diese fotografische Dokumentation der gewerblich genutzten Gebäude Leuk-Stadts ist nicht abschliessend, sondern soll eher anhand einer eigenen Auswahl die einstige Diversität verdeutlichen. Und eigentlich hätte ich im Rahmen des Projektes noch Interviews mit älteren Einwohner*innen der Gemeinde führen wollen, die Anekdoten zu den dokumentierten Gebäuden hätten erzählen und auf diese Weise der Geschichte zusätzliches Leben einhauchen können. Leider haben die Interviews aufgrund verschiedener Herausforderungen, die ich im Rahmen des Projektes nicht habe meistern können, nicht durchgeführt werden können.























